ChatGPT Work übernimmt Website-Anmeldungen – Bequemlichkeit trifft neue Fragen
ChatGPT Work kann künftig selbstständig Anmeldungen auf Websites durchführen
Berlin. OpenAI erweitert ChatGPT Work um eine Funktion, mit der der Assistent sich über Web und Mobilgeräte bei Online-Diensten anmelden kann, ohne dabei angeblich Benutzernamen oder Passwörter direkt einzusehen. Die Neuerung soll Routineaufgaben delegierbar machen und Abläufe für Anwender und Unternehmen vereinfachen.
Die Firma nennt zahlreiche Einsatzbeispiele: Termine bei Behörden oder Ärzten buchen, Versicherungsleistungen prüfen, Unterlagen für Fahrzeugzulassungen vorbereiten sowie Wohnungssuche, Retouren oder Ticketstornierungen erledigen. Ein weiteres Szenario ist die automatische Nachbestellung eines Produkts allein anhand eines hochgeladenen Fotos.
Für Firmen verspricht OpenAI Effizienzgewinne bei der Übertragung von Rechnungsdaten in Buchhaltungssoftware, bei der Vorauswahl von Bewerbern, beim Ausfüllen von Genehmigungsanträgen und beim Management von Kunden- und Lieferantenportalen. Auch die Auswertung von Werbekampagnen und die Vorbereitung von Antworten auf Mietanfragen wird als möglich genannt.
Sorgfaltspflicht bleibt entscheidend
Die Tatsache, dass die KI angeblich keine Zugangsdaten sichtbar bekommt, entbindet Nutzende nicht von Verantwortung. Gerade bei Buchungen, sensiblen Behördenformularen oder buchhalterischen Vorgängen sollten die automatisch erzeugten Eingaben und Ergebnisse vor dem Absenden sorgfältig geprüft werden. Fehler oder unerwartete Eingaben können sonst ernsthafte Folgen haben.
Unklarheiten bei Verfügbarkeit und Umsetzung
Viele Beispiele in der Ankündigung wirken stark auf die USA zugeschnitten. Welche Dienste in Deutschland unterstützt werden und in welchem Umfang die Funktion hierzulande verfügbar sein wird, bleibt offen. Ebenso ungeklärt ist die technische Umsetzung: OpenAI sagt, die Zugangsdaten würden nicht von der KI eingesehen, doch wie genau die Anmeldung erfolgt, ohne dass das Modell die Credentials sieht, ließ das Unternehmen bislang nicht detailliert erklären.
Datenschutz, lokale Gesetzgebung und die Integration in bestehende Unternehmensprozesse werden über die weitere Akzeptanz entscheiden. Für technisch Verantwortliche zeigt sich zugleich eine Chance: Mit geeigneten Sicherheitsvorkehrungen und Transparenzmechanismen lassen sich viele Routineaufgaben zuverlässig delegieren. Für Endnutzer gilt vorerst: Nutzen mit Augenmaß und Kontrolle.