Manipulation im Job: Wann Betroffene Hilfe suchen sollten
Wenn Manipulation am Arbeitsplatz zum Muster wird, ist Handeln nötig
Neufahrn — Zuerst bleibt nur ein ungutes Gefühl: Nach Meetings oder Gesprächen verspürt man Unsicherheit, Scham oder das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Wiederholen sich solche Eindrücke, kann das ein Hinweis auf gezielte Manipulation durch Vorgesetzte oder Kolleginnen und Kollegen sein.
Expertinnen sehen Manipulation dann als systematisch, wenn Verhaltensmuster konstant auftreten. Die Diplom-Psychologin und Coachin Monika Matschnig bringt es auf den Punkt: «Das ist der Fall, wenn Muster sich wiederholen.» Tauchen bei mehreren Teammitgliedern unabhängig voneinander ähnliche Erfahrungen auf, lohnt es sich, die Wahrnehmung zu teilen und gemeinsam Klarheit zu schaffen.
Schritte, um Kontrolle zurückzugewinnen
Der nächste Schritt kann der Austausch mit Personalabteilung oder Betriebsrat sein. Solche Gremien bieten einen geschützten Rahmen, um Vorkommnisse zu schildern und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Eine dokumentierte Schilderung wiederkehrender Situationen stärkt dabei die Position der Betroffenen.
Wenn das Wohlbefinden leidet
Manipulative Dynamiken können körperliche und psychische Folgen haben. Anhaltende Schlafstörungen, kreisende Gedanken oder ein sinkender Selbstwert sind Warnsignale. Matschnig rät in solchen Fällen zu professioneller Unterstützung durch Coaching, Supervision oder Therapie und betont dabei: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern professionelle Selbstführung und Selbstachtung.
Wichtig ist, frühzeitig die eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich nicht allein zu fühlen. Austausch mit vertrauensvollen Kolleginnen und Kollegen, klare Dokumentation und das Wahrnehmen von Beratungsangeboten können Betroffenen helfen, ihre Position zu stabilisieren und Arbeitsbedingungen aktiv zu verändern.

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