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Drei-Tage-Woche durch KI möglich? Zürcherinnen und Zürcher bleiben zurückhaltend

14. Oktober 2026

KI eröffnet Aussicht auf kürzere Arbeitswochen, doch Zweifel bleiben

Zürich, 14.10.2026 — Die Idee klingt verlockend: Dank künstlicher Intelligenz nur noch drei Tage pro Woche arbeiten und mehr Zeit für Familie, Freundschaften und Hobbys gewinnen. Doch rund um die City of Zürich dominiert bei den befragten Menschen eine Mischung aus Neugier und Skepsis. Viele würden weniger Arbeit begrüssen, zugleich stellen sie Fragen nach Verteilung, Sicherheit und Alltagstauglichkeit.

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat jüngst propagiert, KI könne die Arbeitswelt so transformieren, dass eine Drei-Tage-Woche realisierbar wird. Für Beschäftigte klingt das nach mehr Lebensqualität. Kritikerinnen und Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Produktivitätsgewinne nicht automatisch bei Arbeitnehmenden landen müssen. Wenn Maschinen Aufgaben übernehmen, könnten Arbeitgeber auch Arbeitsplätze abbauen.

Stimmen vom Platz

Junge Menschen zeigen sich ambivalent. Emanuel, 19, sagt, es klänge verlockend: «Natürlich, es wäre schon noch gemütlich.» Seine Bekannte Clara, ebenfalls 19, stimmt zu, bleibt aber vorsichtig. Chiara, 18, spricht gar von Ängsten im Umgang mit der raschen Entwicklung von Algorithmen.

Nathalie, 38, betont, berufliche Realität sei entscheidend: «Gewisse Jobs können sicher von KI ersetzt werden. Andere nicht, zumindest heute nicht.» Andrea, 22, favorisiert eher einen moderaten Schritt: eine Vier-Tage-Woche halte er für realistischer als sofort drei Tage.

Susana, 53, die seit Jahren zuhause ist, warnt vor unterschätzten sozialen Folgen: «Klingt gut, aber nicht alle kommen damit klar, so viel Zeit zuhause zu verbringen.» Freunde, die voll erwerbstätig seien, hätten in Ferienphasen bereits gesundheitliche oder psychische Probleme gezeigt, sagt sie.

Was würden die Menschen mit mehr Freizeit tun?

Unabhängig von Zweifeln sind die Pläne für zusätzliche freie Zeit ähnlich: Mehr Kontakte zu Familie und Freundinnen pflegen, Hobbys intensivieren, mehr Bewegung und Erholung. Die Befragten sehen in reduzierter Arbeitszeit eine Chance für persönlichere Balance, aber auch ein Risiko für ökonomische Unsicherheit.

Zusammenfassend steht ein realistisches Bild: Die Debatte um eine Drei-Tage-Woche durch KI bleibt offen. Sie weckt Hoffnungen auf mehr Lebensqualität, fordert aber klare Antworten darauf, wer von Effizienzgewinnen profitiert und wie soziale Folgen abgefedert werden können.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: nau.ch
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