Hauptstadt-Offensive: Amazon plant zwei Millionen Zustellungen pro Jahr per E-Lastenrad in Berlin
Emissionsfreie letzte Meile: Zwei Millionen Pakete pro Jahr per E-Lastenrad
Amazon hat in Alt-Treptow ein neues Mikromobilitätszentrum eröffnet und baut damit seine Kapazitäten für eine emissionsarme Zustellung in zentralen Stadtteilen deutlich aus. Der Standort ist Teil einer breiteren Offensive, mit der das Unternehmen die Auslieferung in der Innenstadt leiser, effizienter und klimafreundlicher gestalten will.
Von Alt-Treptow aus sollen künftig Bezirke wie Kreuzberg, Neukölln und Mitte direkt bedient werden. Anstelle schwerer Transporter setzen Mitarbeitende auf leistungsstarke E-Lastenräder, die für die täglichen Touren in dichten, innerstädtischen Quartieren optimiert sind. Nach Unternehmensangaben sollen über diesen Standort jährlich mehr als zwei Millionen Pakete zugestellt werden.
Praxis statt PR: Erfahrung aus vorhandenen Hubs
Die neue Einrichtung ist bereits das dritte Mikromobilitätszentrum von Amazon in der Hauptstadt und der vierzehnte Standort dieser Art bundesweit. Erste Erfahrungen aus Projekten an anderen Standorten in der Stadt zeigen, dass sich E-unterstützte Lastenräder in der Praxis bewähren: Lieferzeiten lassen sich stabil halten, Lärm und lokale Emissionen gehen zurück, und die Flächenbelastung durch große Lieferfahrzeuge reduziert sich.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, begrüßt die Entwicklung: «Berlin funktioniert nur, wenn der Wirtschaftsverkehr funktioniert. Wir müssen Logistik neu denken – mit Konzepten, die Fahrten vermeiden und helfen, den Verkehr insgesamt zu entlasten. Davon profitieren am Ende alle.»
Technik trifft Stadtplanung
Der Standort auf dem Gelände des MotionLab.Berlin ist bewusst gewählt. Als Innovationshub verbindet das Areal Entwickler, Start-ups und Produzenten und bietet so kurze Wege zwischen Prototyping und operativer Anwendung. Die eingesetzten Lastenräder stammen von spezialisierten Herstellern und sind für die hohen Belastungen urbaner Zustellzyklen ausgelegt. Laut Hersteller kommen technisches Know-how aus der Automobilindustrie und robuste Bauweisen zusammen, um sowohl Zuladung als auch Dauerbetrieb zu gewährleisten.
Skalierung und Klimaziel
Die Berliner Initiative ist Teil einer größeren Strategie: Europaweit hat Amazon bereits alternative Zustellfahrzeuge stärker eingeführt und nennt mehr als 100 Millionen Pakete, die mit E-Lastenrädern oder E-Mopeds transportiert wurden. In Deutschland entfallen davon mehr als zehn Millionen Sendungen. Parallel betreibt das Unternehmen tausende Elektrofahrzeuge in der Bundesrepublik und verfolgt das langfristige Ziel, die Lieferkette bis 2040 CO2-neutral zu gestalten.
Für Städte bedeutet die Umstellung auf Mikromobilität nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch weniger Lärm, mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Lebensqualität in dicht bebauten Quartieren. Ob die neue Konzentration auf E-Lastenräder die Lieferlogistik grundlegend verändert, hängt davon ab, wie gut die Technik, die städtische Infrastruktur und die politische Unterstützung zusammenwirken.

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