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Milliardenumsatz, geringe Lohnerträge: So bezahlt Amazon seine Belegschaft in Deutschland

03. März 2026

Milliardenumsatz trifft auf oft unterdurchschnittliche Löhne im operativen Bereich

Amazon ist in Deutschland einer der größten Onlinehändler und meldet immense Umsätze. Trotzdem zeigt ein Blick auf die Gehälter: Besonders im Lager- und Auslieferungsbereich liegen viele Vergütungen unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Debatte um faire Löhne und Tarifbindung bleibt damit hochaktuell.

Deutschland ist nach den USA der wichtigste Markt für Amazon. Das Unternehmen verlegte seinen neuen Hauptsitz für die deutsche Zentrale im November 2025 nach München, doch die Vergütungsstruktur betrifft Beschäftigte an zahlreichen Standorten bundesweit. Während Vorstandschefs in den USA Millionensummen in Aktien erhalten, fällt die Bezahlung vieler operativer Mitarbeitender vergleichsweise moderat aus.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert seit Jahren, dass Amazon Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels nicht anerkennt. Um ein realistisches Bild der Löhne zu gewinnen, hat die Redaktion veröffentlichte Gehaltsangaben aus Mitarbeiterportalen ausgewertet. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Fahrer und Paketzusteller im Schnitt rund 32 000 Euro Jahresgehalt.
  • Lagerist und Packer liegen meist bei etwa 30 100 Euro bis 30 100 Euro pro Jahr.
  • Operative Spezialisten wie Instandhaltungstechniker und Industriemechaniker erreichen 50 000 bis 53 600 Euro jährlich, damit teils über dem Durchschnitt.

Im administrativen Bereich sind die Unterschiede größer: Program Manager und Account Manager erzielen deutlich höhere Gehälter, während Customer Service und Sachbearbeitung nahe am Durchschnitt liegen. Führungskräfte wie Operations Manager und Abteilungsleiter verdienen meist deutlich mehr als ihre Mitarbeitenden in der Logistik.

Amazon verweist auf Vergünstigungen und Zusatzleistungen: seit 2025 gibt es feste Sommer- und Winterboni für Logistikmitarbeitende, ein Einstiegslohn von 16 Euro pro Stunde in der Logistik, Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge sowie einmalige Familienboni bei Geburt oder Elternzeit. Die Zusatzleistungen mildern die Kritik, führen aber nicht immer zur Angleichung an tarifliche Standards.

Was bleibt offen

Die Daten zeigen ein zwiespältiges Bild: Hohe Firmengewinne und großzügige Vorstandsvergütungen stehen moderaten Löhnen für viele Beschäftigte gegenüber. Die Frage, ob Amazon sich stärker tariflich binden oder Löhne im operativen Bereich anheben sollte, bleibt zentral in der Debatte um Arbeitsschutz und faire Bezahlung in der Plattformökonomie.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: abendzeitung-muenchen.de

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